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S P E N D E N A K T I O N - HNA Artikel

Am 03.Juni 2005 veröffentlichte die HNA einen Artikel über Noah und die Spendenaktion:

Flipper soll helfen


Von Matthias Lohr

Trockenerfurth. Seine kleine Schwester ist für Noah eine große Hilfe. Wenn die zweieinhalbjährige Leonie in einer Zeitschrift blättert, will auch der ein Jahr ältere Junge aus Trockenerfurth die bunten Bilder mit seinen Händen greifen. So entdeckt er die Welt ganz langsam. Noah Jungmann hat einen Genfehler, das so genannte Di-George-Syndrom (siehe Hintergrund). Seine Mutter Christina Lang muss sich rund um die Uhr um ihn kümmern.
Bald könnte der Junge neben seiner Schwester, seiner Mutter und seinem Vater Thomas Jungmann noch einen ganz besonderen Helfer haben. Christina Lang und Thomas Jungmann wollen eine Delfintherapie in Florida für ihren Sohn finanzieren. Der Umgang mit den intelligenten Meerestieren kann kranke und behinderte Kinder stimulieren.
Die Erfolge solcher etwa 20 000 Euro teuren Therapien, wie sie auch der Fritzlarer Antonio Fezzigna vor einigen Jahren gemacht hat, sind wissenschaftlich nicht bewiesen und damit für die Krankenkassen auch nicht förderungswürdig. Doch für viele Eltern mit behinderten Kindern bedeutet jeder noch so kleine Fortschritt, der durch die Bewegung mit den Delfinen im Wasser und eine physiotherapeutische Begleitung hervorgerufen wird, einen Quantensprung.
Noahs Leidensgeschichte beginnt am 28. Oktober 2001, dem Tag seiner Geburt. Die Ärzte diagnostizieren einen vierfachen Herzfehler (Fallotsche Tetralogie). Er ist gerade mal sechs Monate alt, da wird er in der Göttinger Uniklinik am Herzen operiert. So soll eine Sauerstoffunterversorgung verhindert werden. Der Eingriff, so scheint es, ist erfolgreich. Erst später stellt sich heraus, dass er während der Operation vermutlich einen Hirnschlag erlitten hat.
Per Brief erfahren die Eltern zudem im Herbst 2003, dass Noah nter dem Di-George-Syndrom leidet. Das behindert seine Entwicklung in fast allen Bereichen. Er leidet an einer starken Muskelschwäche, seine Feinmotorik ist gestört und sein Immunsystem geschwächt.


Hintergrund
Das Di-George-Syndrom ist ein häufiger genetischer Defekt auf dem Band 11 des Armes des Chromosoms 22. Zum dadurch hervorgerufenen Krankheitsbild gehören Herzfehler, Gaumenanomalie, psychomotorische Störungen und ein sprachlicher Entwicklungsrückstand. Neben dem Down-Syndrom ist das Di-George-Syndrom die häufigste genetische Ursache für angeborene Herzfehler - statistisch ist eines von 4000 Neugeborenen betroffen. Das Krankheitsbild wurde zum ersten Mal 1965 durch den amerikanischen Kinderarzt Angelo DiGeorge beschrieben. Der Defekt wird auch Catch 22 genannt - in Anlehnung an den irrwitzigen Anit-Kriegsroman von Joseph Heller. Viele betroffene lehnen diese saloppe Bezeichnung jedoch ab.


Quelle: Artikel vom 03.06.2005 aus http://www.hna.de

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